Corona-Pandemie

Wird die Messewirtschaft daran sterben?

Bisher ist durch die Absagen und Verschiebungen von Messen in Deutschland bereits ein Schaden von über 9,3 Mrd. Euro entstanden (Quelle: AUMA), Tendenz steigend.

Der Messestandort Deutschland ist von der Corona- Pandemie erheblich betroffen. Alle Events wurden jedoch nicht abgesagt, Veranstalter haben vermehrt die Location gewechselt und das Internet als Versammlungsort gewählt. Man muss in außergewöhnlichen Zeiten einfach kreativ sein. Aber egal ob abgesagt, verschoben oder online, es bleibt offen, ob Messen jemals wieder wie vor Covid-19 sein können. Vielleicht werden die vielen kreativen Lösungen zum Trend und Messen wie wir sie bislang kannten werden durch solche Konzepte langfristig ersetzt.

 

David Suermann, Gründer von klardenker, bereitet gerade die Messeauftritte 2021 für seine Kunde vor und hat erste Insights, wie Messen und Events in Zukunft aussehen könnten. 

 

Welche Folgen wird die Pandemie auf den Veranstaltungs-Markt haben? 

 

David Suermann: Meiner Meinung nach wird das alles mit der Zeit nach und nach wieder anlaufen. Jeder Einzelne wird aus dieser schwierigen Zeit lernen und umdenken. In Zukunft werden der persönliche Austausch und das soziale Miteinander mehr denn je zählen. Im Bereich der Messebranche wird es wieder mehr miteinander geben und die gemeinsame Entwicklung von teils neuen Formaten als Zielsetzung angestrebt werden.  

 

Welche Veränderungen haben wir bei Events und Messen zukünftig zu erwarten? 

 

Eines steht fest, es wird in Zukunft einige Veränderungen und neue Konzeptideen geben. Es gilt, innovative und vor allem frische Projekte zu gestalten und diese auf neue Art und Weise umzusetzen. Dabei spielt die Spezialisierung eine äußerst wichtige Rolle. Messen müssen in Zukunft fokussierter stattfinden. Das bedeutet, die Mehrwerte und auch die Qualität von Produkten müssen wieder in den Fokus der Kommunikation gerückt werden. Gerade diese Zeit gibt uns zu denken, was benötigen wir im Leben wirklich, und genau darauf muss der Fokus gesetzt werden. Ziel ist es, eine gemeinsame Entwicklung voranzutreiben und Messen wieder effektiver zu gestalten. Wichtig dabei ist auch, zu erkennen, welche Themen für welche Kunden interessant sind und den Kunden die relevanten Produkte und Dienstleistungen und deren Features dann spannend und mit Liebe zum Detail zu präsentieren. Im Allgemeinen gilt hier: Mehr Qualität statt Quantität. 

 

Wie sollten die Themenbereiche der Messen zukünftig gewichtet sein? 

 

Das Beste was man in der jetzigen Situation machen kann, wäre, sich spezifisch auf sein Unternehmen oder auf seine Marke und Zielgruppe zu fokussieren. Es ist wichtig, dass dadurch einzelne Unternehmen mit den jeweiligen Produkten richtig unterstützt werden und somit auch die jeweilige Anfrage nach einem Produkt gesteigert werden kann. Konkreter Fokusinhalt muss das Ziel der detaillierteren Messen sein. Ob im großen Rahmen oder in kleineren aufgebauten Messen, es sollte sich immer um ein konkretes Produkt handeln. Es gilt nicht mehr die breite Masse zu erreichen, sondern dem einzelnen Kunden ein maßgeschneidertes „Fortbildungsprogramm“ zu liefern. Die Story im Raum wird durch den Inhalt ersetzt.

 

Aktuell werden einige Messen und Events online durchgeführt, siehst du darin langfristig einen Trend? 

 

Meine persönliche Einschätzung dazu ist, dass die meisten Messebauer und Eventagenturen durch sogenannte Online-Messen nicht zielführend zum Erfolg kommen werden. Jegliche Event “experiences“ sind hier nämlich nicht vorhanden, wir reden ja eigentlich über ein UI Design, eine Webseite als eine „klassische“ Messe. Dies hat zur Folge, dass es keinerlei Zusammenkommen der verschiedenen Leute gibt, keine genaue Produktvorstellung zum Anfassen oder auch beispielsweise kein Catering, wo der meiste persönliche Informationsaustausch stattfindet. Das Einzigartige bei Messen ist es nämlich, Leute aus verschiedensten Branchen zusammen zu bringen und Erfahrungen und Wissen direkt mit den Kunden auszutauschen. Nur ein persönliches Erlebnis kann dafür zielführend sein. 

 

Also nein, Messen sind nicht vom Aussterben bedroht. Sie sind einfach im Wandel. Die Veranstaltungs-Branche wird nach der Ausgangsperre nicht zum normalen Zustand zurückkehren, Unternehmen und Veranstalter werden den Status Quo hinterfragen. Wir bei klardenker wollen den Fokus wieder mehr auf Marken- und Produkterlebnis setzen, um so einen nachhaltigen Messeauftritt / Veranstaltungsformat zu schaffen. 


Bereit für eine neue Art des Event Marketings? Wir unterstützen dich gerne dabei, schick uns einfach eine Nachricht.