CO2 Kompensation:

Zwischen Nachhaltigkeit und unechtem Klimaschutz

Umweltschutz und Nachhaltigkeit bilden aktuell das Topthema in den Medien. Gleichzeitig steigt jedoch auch der Wunsch, mehr zu konsumieren. Problematisch ist das deshalb, weil sich Umweltschutz und Konsum vom Prinzip her oft entgegenstehen. Das Eine soll die Umwelt schonen und sie vor allem für zukünftige Generationen erhalten, das Andere sorgt mit seinen hohen CO2-Emissionen genau für das Gegenteil. Das Dilemma der ganzen CO2-Emissions-Diskussion ist, dass sich die Lager derart verbittert gegenüberstehen, dass Lösungsansätze oftmals in den Kinderschuhen stecken bleiben und sich somit nichts an der Umweltverschmutzung ändert. Doch welcher Lösungsansatz ist überhaupt sinnvoll?

 

Baumplantagen – das Geschäft mit der Nachhaltigkeit? 

 

Große Baumplantagen sind ein derzeit viel diskutierter Ansatz zur Kompensation des weltweiten CO2-Ausstoßes, der bereits in vielen Projekten umgesetzt wird. Die Idee dahinter: Bäume entziehen der Atmosphäre massenhaft CO2. Für jede Tonne Kohlenstoffdioxid, die in der Plantage gebunden wird, erhält der Betreiber ein sogenanntes Emissionsrecht. Diese Emissionsrechte werden dann an Unternehmen oder sogar an Staaten verkauft, die somit wiederum ihre eigene Klimabilanz ausgleichen können. Die Bäume auf der Plantage dienen in diesem Szenario also als Auffangbecken für das ausgestoßene CO2. Im Grunde ändert sich dadurch jedoch nichts am Ausstoß, es soll lediglich mehr CO2 durch mehr Bäume gebunden werden. In der Theorie mag das vernünftig klingen und solange ausreichend Bäume gepflanzt werden, kann dieses Modell vielleicht sogar aufgehen. 

 

Nachhaltige CO2 Bindung – zumindest in der Theorie 

 

Das Problem liegt vielmehr an fehlenden Regularien und mangelnder Kontrolle: Wer kümmert sich eigentlich um die Kontrolle und stellt sicher, dass das CO2 wirklich langfristig in den Plantagen gebunden wird? Und kann man mit einer Speicherung des CO2 für 20 Jahre schon von Langfristigkeit sprechen? So lange dauert es nämlich bei einigen Projekten, bis die Bäume abgeholzt werden – um sie dann weiterzuverarbeiten. Die Weiterverarbeitung selbst unterliegt allerdings keiner Kontrolle. Das Risiko der Betrugsgefahr durch kriminelle Machenschaften könnte die Legitimität derartiger Projekte komplett in Frage stellen. Eine sichere CO2- Kompensation kann dann nämlich nicht mehr gewährleistet werden. Um nicht nur der Theorie nach einen positiven Effekt auf das Klima zu haben, müssten die Projekte von internationalen Aufsichtsbehörden überwacht sowie klare Nutzungsbedingungen für den nachwachsenden Rohstoff formuliert werden. Geschieht das nicht, ist es sehr wahrscheinlich, dass zumindest Teile des gespeicherten CO2 wieder in die Atmosphäre entweichen. Die Plantagen würden also ein Nullsummenspiel für die Umwelt ergeben. 

 

 

 

Betrachtet man die aktuelle internationale politische Zusammenarbeit im Bereich des Klimaschutzes, ergeben sich weitere Herausforderungen. Den Staaten scheint es zunehmend schwer zu fallen, allgemein gültige Ziele festzuhalten und diese fristgerecht umzusetzen. Unter diesen Umständen bleibt die Befürchtung offen, dass die als Klimaretter geplanten Baumplantagen ihren Sinn verfehlen werden. 

 

Wahre Nachhaltigkeit – Radikaler Verzicht auf CO2-Emissionen 

 

Ein vermeintlich schwieriger und daher oft ignorierter Lösungsansatz ist der radikale Verzicht auf CO2-Emissionen. Ob durch die Nutzung nachwachsender Rohstoffe, die Vermeidung von Plastikmüll oder schlicht kurze Transportwege und regionale Herstellung – der positive Effekt auf das Klima ist jedenfalls nachgewiesen. Wo viele nun vor allem an Lebensmittel denken, führt der Weg allerdings weiter: Im Eventmarketing beispielsweise werden viele Messestände für den einmaligen Gebrauch erstellt. Im Fokus steht ein möglichst pompöses, eindrückliches Markenerlebnis. Der Gedanke an Nachhaltigkeit muss zurückstehen. Viele Bestandteile und Materialen werden im Anschluss an das Event einfach entsorgt. Hier setzt die nachhaltige Standplanung an: Holz aus verantwortungsvollen Quellen kann beispielsweise eine nachhaltige Alternative zum Teppich darstellen. Während der Teppich nach Gebrauch oft in der Mülltonne landet, wird das Holz auf dem nächsten Event wiederverwendet. Ändert sich das Thema des Messestandes, bekommt das Holz schlicht einen neuen Anstrich und ist bereit für den nächsten großen Auftritt. Das ist nicht nur nachhaltig durch die Vermeidung von Müll, sondern auch der Konkurrenz einen Schritt voraus. 

 

Allein durch Baumplantagen könnte es sich in Zukunft also schwierig gestalten, die Umwelt dauerhaft zu entlasten. Aufgrund der Dringlichkeit des Themas sollte die entscheidende Frage unserer Zeit deshalb nicht sein: Wie kompensieren wir die Umweltverschmutzung am besten? Vielmehr sollten wir uns fragen: Wie reduzieren wir unseren ökologischen Fußabdruck schnell, massiv und nachhaltig, ohne dabei auf unseren Wohlstand verzichten zu müssen? Nachhaltige Lösungen sind auch im Eventmarketing ein erster Ansatz. Wer mit seinem Messestand einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten will, bekommt hier alle Informationen.