Nachhaltige Regenwaldnutzung gegen den Treibhauseffekt

Bäume und Wälder bieten in vielerlei Hinsicht die Lebensgrundlage für Mensch und Tier. Doch die folgenschwere Abholzung der Regenwälder schreitet nahezu ungebremst voran.Dies hat verheerende Folgen für den Klimawandel, denn die systematische Rodung der Regenwälder macht schätzungsweise bis zu 25 Prozent des Treibhauseffektes aus, indem durch die Zerstörung der Wälder große Mengen an COfreigesetzt werden. Um das Ruder nochmal herumzureißen, führt kein Weg an einer nachhaltigen Regenwaldnutzung vorbei. In diesem Blogbeitrag beleuchten wir den alarmierenden Status Quo und beschäftigen uns anschließend intensiver mit den Möglichkeiten für eine umweltschonende Nutzung des Regenwaldes.

Status Quo: Katastrophale Abholzung der Regenwälder

„Als der Wald zum nachwachsenden Rohstoff wurde, verrohte das Verständnis für den Wald“,beklagt der deutsch-österreichische Poet Klaus Ender folgerichtig, denn laut dem Bericht der Forschungsgruppe World Resources Institute (WRI)verschwanden im Jahr 2017 fast 16 Mio. Hektar tropischer Wälder – das entspricht fast der Hälfte der Fläche Deutschlands. Am schlimmsten betroffen sind die Regionen Lateinamerika, Südostasien und Zentralafrika. Die wesentlichen Gründe für die Abholzung liegen im kontinuierlich steigenden Bedarf an Nutzholz und Brennholz sowie dem Ausbau der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Um Platz für Weideflächen oder den Anbau von Futterpflanzen zu schaffen, wurden allein in Südamerika in den letzten vier Jahrzehnten fast 40 Prozent des Regenwaldes gerodet. Im Amazonasgebiet fielen sogar 70 Prozent ehemals bewaldeter Flächen der Tierwirtschaft zum Opfer. Auch die Rodung für die Gewinnung von Palmöl, für Infrastrukturprojekte (beispielsweise für Siedlungen, Industrielagen oder Wasserkraftwerke) und den Abbau von Bodenschätzen wie Kupfer, Mangan, oder Nickel hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen. 

Viel mehr als „nur“ Holz: Multitalent Wald

Doch die Wälder unseres Planeten haben einen signifikanten Einfluss auf unser gesamtes Ökosystem:

Bindung von CO2Wälder, vor allem Torfwälder sind imstande, große Mengen an COzu speichern und damit die CO2-Konzentration in der Atmosphäre zu verringern. Allein in den Wäldern des Amazonasgebietes sind derzeit etwa 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert – also mehr als das Hundertfache der jährlichen CO2-Emissionen Deutschlands.
Niederschlags-Magnet: Britische Forscher fanden heraus, dass es in stark bewachsenen Wald-Regionen doppelt so viel regnet, wie in kahlen Gebieten. Die systematische Abholzung fördert somit Dürren und steigert die Brandgefahr für den restlichen Wald.

Lebensraum für Tiere: Nirgends auf unserer Erde (die Ozeane ausgeschlossen) leben so viele Tierarten wie in den tropischen Regenwäldern, vor allem in den tropischen Berg- und Nebelwäldern. Hier erstreckt sich die Bewaldung in die Höhe und bietet weitere ökologische Nischen – und damit Platz für noch mehr Arten, die sich hervorragend an die Bedingungen angepasst haben. Doch die Rodung der Regenwälder bedroht den Lebensraum für die heimische Fauna und infolgedessen sterben immer mehr Arten aus.

Lebensraum für Menschen: Nicht zu vergessen sind die rund 300 Millionen Menschen, darunter mehr als 200 indigene Völker, denen der Regenwald ein Zuhause bietet. Durch die systematische Abholzung wird ihr natürlicher Lebensraum zerstört und ihnen ihre traditionelle Lebensweise sowie kulturelle Identität genommen. 

Nachhaltige Regenwaldnutzung als alternativer Lösungsansatz 

Die genannten multiplen Funktionen des Waldes machen deutlich, wie lebenswichtig der Regenwald für die Menschheit ist und wie essentiell daher Maßnahmen zur Gegensteuerung der Waldvernichtung sind. Schlüsselbegriff ist hierbei eine nachhaltige Regenwaldnutzung. Nachhaltige Nutzung der Wälder bedeutet, dass wirtschaftliche, soziale und kulturelle Bedürfnisse und Interessen unserer und auch zukünftiger Generationen in Einklang gebracht werden. Lest dazu mehr in unserem nächsten Blogbeitrag.

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