Das klardenker Team stellt sich vor: Christoph – unser Veranstaltungsmeister im Porträt

Erzähl uns kurz etwas zu dir: Wie bist du zu klardenker gekommen und was reizt dich an dem Thema Nachhaltigkeit?

David Suermann und ich kennen uns schon seit Anfang der 2000er Jahre. Damals, als aktive Veranstaltungstechniker sind wir mit diversen Bands durch Europa getourt – er im Bereich Tontechnik und Management, ich im Bereich Lichttechnik und Veranstaltungslogistik. Ergänzt haben wir uns eigentlich schon immer, der eine vom anderen gelernt.

So kam es dann auch, dass wir uns trotz unterschiedlicher Wege nie ganz aus den Augen verloren haben. Wir haben immer wieder gemeinsame und vor allem spannende und auch etwas verrücktere Projekte zusammen umgesetzt. Zum Beispiel die Sperrung der A40 für die „längste Tafel der Welt“ im Rahmen der Kulturhauptstadt Europa 2010. Und auch mein dazu stoßen zu klardenker basiert wieder auf einer dieser doch etwas anderen Ideen, die zur Wirklichkeit werden sollte: dem smart MSR Projekt, bei dem es darum ging, einen mobilen und modularen Verkaufsraum zu entwickeln und zu bauen, der einerseits den Platz für ein Fahrzeug und das dazugehörige Ambiente schafft, andererseits aber eben auch mit bloßer Muskelkraft und ohne Maschinen eingesetzt werden kann.

Das maßgeblich spannende an unseren Projekten ist, dass wir immer versuchen in die Zukunft zu denken – Dinge vorherzusehen, die noch kommen könnten oder unseren Kunden in einem zweiten oder dritten Schritt nützlich sein können. Mit dieser Vision gehen wir an die Planung und Umsetzung heran. Das, was wir schaffen wollen, soll lange einsetzbar sein, soll vielen Anforderungen gerecht werden und zu einem vielseitig einsetzbaren Instrument werden. Eben nachhaltig – was für mich eine Art Weitsichtigkeit ist. Selbstverständlich im Sinne des Kunden, aber eben auch im Sinne der Umwelt. Es ist schon erschreckend, wie viel gerade in unserer Branche an Ressourcen verschwendet wird. Und gerade hier versuchen wir immer eine Lösung zu finden, die auch künftigen Perspektiven standhält und möglichst lange und flexibel einsetzbar bleibt. Nachhaltigkeit ist Investition, aber eben gleichzeitig auch Ersparnis; getreu dem alten Spruch: „wer billig kauft, kauft zweimal!“. Das ist nicht nur monetär so zu sehen. Wer zu wenig Denkarbeit in sein Projekt steckt, wird am Ende nicht alles herausholen können. Und dieses „klar denken“ ist es, was mich an der Arbeit bei klardenker so fasziniert.

In deinem Beruf ist es selbstverständlich, auch mal spät abends oder an Wochenenden zu arbeiten. Wie kommst Du mit den unregelmäßigen Arbeitszeiten zurecht? Hast du einen Tipp, wie man die Work-Life-Balance trotzdem gut hinkriegt?

In der Tat ist das, wie für so viele andere in der Branche, auch für mich ein Problem. Meine Familie leidet schon sehr darunter, dass ich arbeite, wenn andere feiern oder entspannen. Was ich im Laufe der Zeit gelernt habe ist, die Tage so sinnvoll wie möglich zu nutzen. Meine Frau ist Lehrerin und daher immer recht früh auf. Aus einer Bäckerfamilie stammend, habe ich wohl so eine Art Frühaufsteher-Gen mitbekommen, weshalb ich den Tag mit ihr beginne und morgens tatsächlich schon mal Mails beantworte. Das ist dann einfach raus aus dem Kopf, und der ist um die Zeit erstaunlich klar. So kann ich mich den Tag über auf die aktuellen Entwicklungen konzentrieren. Ich versuche immer auf dem Stand zu bleiben, Dinge direkt zu erledigen, wenn sie anfallen. So spart man sich diese unsäglichen Halden noch offener Kleinigkeiten auf dem Schreibtisch. Manchmal kostet das Kraft und Disziplin, aber man hat abends dann selbst in dieser Branche eine Art Feierabend. Wenn wir nicht in der „heißen“ Phase von Projekten stecken, muss man lernen das Telefon oder die Mails ab 18.00 Uhr einfach auszublenden. Das fiel und fällt mir immer noch schwer, aber es wird immer besser und es wirkt. In der Regel kann man ab 18.00 Uhr nicht mehr so viel erreichen weil eben alle „normalen“ Menschen dann auch Feierabend haben. Und in der Tat, am nächsten Morgen, mit ein bisschen Abstand und Erholung, sind Probleme oft gar nicht mehr so groß, oder die Lösung erscheint auf einmal viel unkomplizierter.

Aber ganz wichtig ist es, sich bei aller Hektik und Termindruck eben auch einen Tag in der Woche zu nehmen, an dem man frei hat und sich um seine Familie und Belange kümmert. Nur so funktioniert das. Diese Tage gemeinsam nutzen, den nächsten Urlaub planen, oder einen Ausflug. Bei uns ist es gerade der Umbau unseres Hauses. Aber auch das kann trotz „Stress“ entspannen. Wir alle sind ersetzbar – immer und überall. Der Job oder die Firma laufen weiter. Von daher versuche ich mich selbst nicht mehr so wichtig zu nehmen. Das hilft mir die nötige Kraft zu tanken und eben nicht durch gesundheitliche Probleme oder Überlastung vermeidbare Fehler zu begehen, die wiederum früher oder später zum Ersatz meiner Person führen könnten. Auch hier gibt es eine Nachhaltigkeit: seine eigenen Ressourcen sinnvoll nutzen und bündeln, aber eben auch mit Sicht in die Zukunft denken. Man muss auch loslassen können und delegieren, denjenigen den Job machen lassen, der dafür am besten geeignet ist. Klappt wirklich gut! Und ein letzter Tipp: im Urlaub das Handy ausschalten. TOP!

Erzähl uns von dem kuriosesten oder brenzligsten Erlebnis, das du bisher bei einem klardenker-Auftrag erlebt hast. 

Das kurioseste Erlebnis bei den klardenkern war die Produktion des digitale Cube für MINI. Da uns die Herstellerfirma der Profile aufgrund von mangelnden Kapazitäten die Tragprofile nicht konfektioniert liefern konnte, haben wir, im Gegensatz zur Vorserie, welche wir im Jahr zuvor bereits produziert haben, reine Rohware erhalten. Also ohne Fräsungen oder Bohrungen.

Es war schon verrückt mit anzusehen, wie man mit zusammen gecasteten Kollegen, einigen angeschafften Maschinen und ein paar Fachleuten aus einem Haufen von Aluprofilen ein einsatzfähiges Gebäude schaffen kann, dass sich am Ende besser zusammensetzen ließ, als die vorkonfektionierte Ware der MSR Gebäude.

Das brenzligste Erlebnis war der erste Hub des von uns konstruierten Hebesystems für die MSR Gebäude. Natürlich hat man lange und viel Arbeit investiert, natürlich wurde alles statisch berechnet, natürlich haben das System Fachleute gebaut und geschweißt. Aber wenn da knappe zwei Tonnen Gebäude auf vier Kurbelstützen 1m über dem Boden schweben, verursacht das schon Magenkribbeln.

 

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